Teil eines Werkes 
2. Bd. (1868)
Entstehung
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auf nähere und perſönliche Beziehungen wieder beſchäf⸗ tigte: der Kaiſer ſollte ſchon in Bamberg ſtehen. Wohl konnte es erwartet werden, daß er ſeinem Bruder in der Bedrängniß zu Hülfe kommen und den Krieg in Norddeutſchland nach deſſen unglücklicher Wendung gegen ſeine Vorkämpfer, Herzog Moritz und Markgraf Albrecht, mit ſeiner ganzen Macht aufnehmen werde. Aber daß er, der noch vor kurzem krank in Schwaben gelegen hatte, jetzt ſchon bis Bamberg vorgedrungen ſein ſolle, ſchien faſt unmöglich; es war gewiß eine von den vielen falſchen Rachrichten, welche der Krämer, um ſich eine Wichtigkeit beizulegen, bei ſeinen Wan⸗ derungen aus unbeſtimmten Gerüchten verbreitete. In Wahrheit hatte Kaiſer Karl allerdings Bamberg nicht erreicht und kam auch gar nicht dorthin, wohl aber war er zu Nürnberg und richtete ſeinen Marſch durch die Oberpfalz auf geradem Wege, das Fichtelgebirge zur Seite laſſend, nach Eger, wo König Ferdinand mit ſeiner geringen Schaar eine abwartende Stellung ge⸗ nommen und der Herzog Auguſt von Sachſen, Moritz' Bruder, ihm die ſchwere ſächſiſche Reiterei zugeführt hatte.

Von allen Bewegungen der beiden Parteien war in Thüringen noch nichts Näheres bekannt, Katharina wußte nur, daß ſich Entſcheidungen vorbereiteten, und