geben, ſolange er noch unbeſiegt ſei, einen Vertrag zu ſchließen, auf den der Kaiſer gewiß eingehen werde. Dieſe Ausſicht war es beſonders, welche Katharina mit Hoffnung erfüllte. Welches Elend konnte dadurch dem Vaterlande noch erſpart werden!
Ein Geräuſch hinter ihr machte ihr bemerklich daß ſie nicht mehr allein war. Sie wandte ſich um und ſah in die treuen braunen Augen der Magd, die ſie beſonders gern um ſich hatte; einfach, wie ſie war, lehnte ſie oft die Dienſtleiſtungen der Fräulein ab, welche zu ihren Befehlen ſtanden, und ließ ſich perſön⸗ lich lieber, wie eine Bürgerfrau, von minder feinen Händen bedienen.„Was willſt Du, Lisbeth?“ fragte ſie freundlich, da ſie das Mädchen nicht gerufen hatte und dieſes etwas auf dem Herzen zu haben ſchien.
„Ich wollt' ſchön bitten, auf einen Tag oder zwei fortgehen zu dürfen“ ſagte die Magd.
„Iſt Jemand krank bei Dir?“ fragte die Gräfin theilnehmend.
„Bei mir Niemand, ich will auch nicht nach Pau⸗ linzelle gehen“ antwortete Lisbeth.„Auf dem Ehren⸗ ſtein aber iſt die Frau verunglückt, und das Fräulein hat den Kandel gebeten, der juſt oben war, daß er her⸗ gehen möchte, ob ich nicht ein paar Tage abkommen könnte.“


