Teil eines Werkes 
2. Bd. (1868)
Entstehung
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nach, welche der friſche Morgenwind über das Thal der Saale trieb. Auch in Katharina's Seele war neue Hoffnung und Freudigkeit erwacht, wenn ſie ſich auch über den Ausgang des Kriegs, deſſen zweiter Feldzug vorbereitet wurde, keiner Täuſchung hingab. Ihre Hoffnung und Freudigkeit ſtand auf einem feſtern Grunde als dem der irdiſchen Macht. Was kommen ſollte, war eine Schickung des Herrn und mußte wie alle Dinge denen, die ihn liebten und fürchteten, zum Beſten dienen. Nachrichten, die ihr von außen zu⸗ gegangen waren, trugen dazu bei, dieſe gottesfreudige Stimmung zu erhöhen. Graf Günther, der beim Hof⸗ und Heerlager des Kaiſers glücklich angekommen war, hatte ihr die beruhigendſten Mittheilungen über das Verhalten deſſelben gegen die unterworfenen proteſtan⸗ tiſchen Stände gemacht; nirgends war die freie Reli⸗ gionsübung geſtört worden, der Kaiſer ſchien wirklich ſeine frühern Manifeſte unverbrüchlich halten zu wollen. Und wenn er auch nach dem vollſtändigen Siege auf die an ſich preiswürdige Vereinigung beider Religions⸗ parteien in einem gereinigten Glaubensbekenntniß zu⸗ rückkam und der Kampf in Wort und Schrift von neuem entbrannte, ſo mußte doch, wenn beide Theile redlich eine Verſtändigung wollten, zuletzt wenigſtens ein dauernder Glaubensfriede zu Stande kommen.