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Markgraf Albrecht war in Sachſen angekommen und rückte auf Rochlitz. Hier reſidirte Eliſabeth, die Schwe⸗ ſter des Landgrafen von Heſſen, Wittwe jenes Erbprinzen von Sachſen, der, noch ſtrenger katholiſch als ſein Vater Georg der Bärtige, vor dieſem geſtorben war. Seine Wittwe zeigte ſich in keiner Beziehung ſtreng weder im Glauben, noch in ihren Sitten. Daß ſie über die Doppelehe ihres Bruders empört war, galt weniger dem Aergerniß an ſich als der Perſon ihres geweſenen Hoffräuleins, das der Landgraf gewählt hatte. Sie ſelbſt wußte ſich, ohne zu einer zweiten Heirath zu ſchreiten, ihren Wittwenſtand ſo freudenreich als mög⸗ lich zu machen. Albrecht von Brandenburg, im wilden Lebensgenuß anf ſeiner kurzen ſtürmiſchen Laufbahn ſich berauſchend, wurde von der ſchönen Wittwe, die ihn auf ihrem Schloſſe fürſtlich aufnahm, mit ſchlauer Liſt bethört, daß er über den Feſtlichkeiten beim ſchäu⸗ menden Becher der Luſt aller Vorſicht des Feldherrn vergaß. Da wurde er in der Nacht zum dritten März nach einem großen Gelange, das ſeine Wirkung auf ihn und die meiſten ſeiner Führer nicht verfehlt hatte, von den Kurfürſtlichen, an welche er verrathen war, überfallen, für ſeine Perſon, als er ſich raſch gewaffnet auf das Pferd geworfen hatte, nach tapferem Wider⸗ ſtande gefangen und ſein zuſammenlaufendes Kriegs⸗


