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„Eine traurige Verirrung des ſonſt ſo ausgezeichneten Fürſten!“ entgegnete Katharina.„Wahrhaft zu beklagen für die gute Sache, der er ſeinen Arm und ſeinen Geiſt geweiht hat! Die Nachwelt wird dieſen Schatten an ſeinem edlen Bilde bedauern.“
„Es wird Alles vergeſſen in der Welt!“ ſagte Günther. „Er ſelbſt hat wohl ſchon Kummer und Noth genug mit der zweiten Frau, die nicht ſo fügſam iſt wie die erſte, und wenn es ſo fortgeht, vier oder fünf hat ſie ihm ſchon geboren—“
Katharina unterbrach dieſe Erörterungen, die ſie nicht liebte, mit der Frage, ob der Landgraf ſeinem Bundesgenoſſen, dem Kurfürſten, jetzt auch zu Hülfe gezogen ſei, um dieſem ſein Land wiedererobern zu helfen. Günther wußte das nicht, zweifelte aber daran, da der Kurfürſt allein ſtark genug dazu ſei und der Landgraf wohl bald feindliche Gäſte vom Rhein her in ſeinem eigenen Hauſe zu befürchten habe. Er bat dann die Gräfin, ſich nicht ſtören zu laſſen, wenn er morgen in aller Frühe aufbreche, und nahm von ihr Abſchied.
„Tröſtet meine Eliſabeth!“ legte er ihr noch einmal an das Herz.„Ich dachte erſt auch daran, ſie zu meinem Bruder nach Frankenhauſen zu bringen, aber ſie meinte, 13*


