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liche Kind auf einige Tage zu mir genommen. Das würde ich auch, wenn mich der Landgraf mit einem Beſuche beehrt hätte, nicht verleugnet haben, aber ge⸗ ſehen hätte er ſie darum doch nicht.“
„Ich glaub's!“ erwiderte Günther.„Du würdeſt ſelbſt dem Kaiſer muthig begegnen! Iſt die Adelheid denn ſo lieblich, wie Ihr ſagt?“
„Hab' ich ſie ſo genannt, ſo iſt's von Herzen ge⸗ weſen“ antwortete Katharina.
„Den Landgrafen hättet Ihr ſehen ſollen, als ich ihn nach dem Namen ſeines entflohenen Hoffräuleins gefragt und ihm auf ſeine Antwort:„Rettleben!“ geſagt hatte, daß ſie auf dem Ehrenſtein bei dem alten Va⸗ lentin ſei. Da wurden ſeine großen Augen noch ein⸗ mal ſo feurig, als ſie ohnedem ſind. Er fragte denn gleich heftig, ob ſie den Gosmar noch bei ſich habe. An dem ſcheint ihm das Meiſte gelegen, weil der die Ur⸗ kunden entwandt, die ſich auf ſeine Trauung mit der zweiten beziehen. Die Mutter hatte ihn dazu erkauft, weil ſie damit die Ehre ihrer Tochter retten wollte. Habe ich Euch das noch nicht erzählt? Ich ſollte es auch eigentlich nicht, dem Landgrafen war es nur in der Aufregung entfallen und er verbot mir davon zu reden. Es muß dort eine wunderliche Wirth⸗
ſchaft ſein!“


