Teil eines Werkes 
2. Bd. (1868)
Entstehung
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plötzlich an:„Iſt Euer kleiner Schützling noch auf dem Ehrenſtein?“ Sie blickte raſch auf, aus ihrem Auge blitzte ein Strahl, gleichſam entzündet durch ſeine Frage. Wie kam er dazu, in dieſem Moment die Jungfrau zu erwähnen, der ſie allerdings einen vorübergehenden Schutz gewährt hatte? Sie mußte ihm eine ſolche Gegenfrage thun.

„Ich dachte wieder an den Krieg, da wir vom Lager des Kaiſers geſprochen hatten“, antwortete Günther. „Da kam ich auf die Bundeshäupter, was die nun wohl im neuen Jahre anfangen würden, und wie ich be⸗ dachte, mit welchen großen Plänen ſie im Sommer in Ichtersleben zuſammengekommen waren, fiel mir natür⸗ lich der Ritt des Landgrafen ein, von dem er ſo ver⸗ drießlich wiederkam. Es wundert mich nur, daß er nicht nach der Heidecksburg geritten iſt, da der alte Balentin ihm ſo unumwunden geſagt hatte, daß ſeine Nichte bei Euch wäre. Er hat Reſpekt vor Dir, Käthe, Du kannſt ſtolz darauf ſein.“

„Ihn riefen wohl wichtigere Dinge, als daß er noch ein Kind, dem die Verhältniſſe an ſeinem Hofe drückend geworden waren, weiterer Nachfrage würdigen konnte. Ich hatte den Wunſch der Frau von Ehrenſtein, welche mit Recht ein Zuſammentreffen ihrer Adelheid mit dem Landgrafen verhüten wollte, gern erfüllt und das lieb⸗

Bernd von Guſeck, Katharina von Schwarzburg. II. 13