Teil eines Werkes 
2. Bd. (1868)
Entstehung
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Sie gab ihm Recht, daß er nicht anders habe han⸗ deln können, obgleich in ihrem Innern eine Stimme gegen ihn ſprach. Vielleicht hätte ſie ſelbſt als Frau es darauf ankommen laſſen, ob der Kurfürſt, wenn ſie muthig ihn erwartete, eine weitere Gewaltthat verüben werde. Bei dem Charakter Johann Friedrich's, dem ſie mit Recht einen ſtarken Eigenſinn vorgeworfen hatte, war das aber wohl zu befürchten, und ſo hatte Graf Günther gewiß richtig gehandelt, ihn nicht zu reizen, ſondern ſeine Großmuth und Frömmigkeit anzurufen.

Unterdeſſen war Sorge getragen worden, die Begleiter des Grafen unterzubringen und die Tafel auf den weiten Ritt in ſchlimmer Witterung, den ſie heute gemacht, reichlich zu beſchicken. Die Gräfin ſpeiſte jedoch mit ihrem Vetter allein, beide hatten noch viel mit einander zu ſprechen.

„Ich weiß, Katharina, daß Ihr Eurem ſeligen Mann in der Regierung treulich zur Seite geſtanden, ihm manchen guten Rath gegeben habt“ ſagte er.„Lehnt das nicht ab, es macht Euch Ehre. Ich bitte Euch nun, auch meinen Räthen Euren klugen Rath nicht zu verſagen, wenn ſie ſich an Euch wenden, wie ich ſie angewieſen habe, in ſchwieriger Lage zu thun.“

Katharina's Augen leuchteten.„Ihr ſchlagt meine ſchwache Kraft zu hoch an, lieber Vetter“ ſagte ſie. „Was ich aber vermag, will ich mit Gottes Beiſtand thun.“

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