Teil eines Werkes 
2. Bd. (1868)
Entstehung
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Herrn geſchehen zu laſſen, um Sachſen vor einem größern Unglück ja vor einer Zerreißung zu bewahren, wenn der Herzog den Befehl des Kaiſers nicht aus⸗ führe und dieſer die Achtsvollſtreckung einem fremden Fürſten übertrüge. Nun hatten die Truppen des Her⸗ zogs ebenſo gehauſt, wie es andere nicht ſchlimmer ge⸗ than hätten, und es ſtand eine furchtbare Rache in Ausſicht, welche die Kurfürſtlichen nehmen würden. Sachſen gegen Sachſen! Der alte Fluch der deutſchen Stämme drohte auch dieſe in ſich zu zerreißen und zu gegenſeitiger Zerfleiſchung zu führen!

„Meine Unterthanen haben nichts verbrochen, mein Land iſt ſchwarzburgiſch, nicht ſächſiſch“, entgegnete Günther auf die Bemerkung und Frage Katharina's. „Der Kurfürſt wird zur Beſinnung kommen, daß ich nichts gethan, er wird draußen im Felde gehört haben, daß ich meinem Sohne ausdrücklich verboten habe, das Schwert zu ziehen, es ſei denn zur Vertheidigung des eigenen Lebens. Ich habe das Alles dem Kurfürſten nach Langenſalza geſchrieben und vor meinem Ausritt von Sondershauſen mein Land ſeiner Schonung em⸗ pfohlen. Der Kanzler und die Stände ſind zur Regierung des Landes beſtellt, ſolange ich abweſend bin— was konnte ich mehr thun, liebe Katharina? Sollte ich als freier Fürſt des Reichs mich dem Sachſen als Gefangener ſtellen?“