„Was ſagt Ihr?“ entgegnete ſie betroffen.„Durch wen? Treibt es der Herzog ſo weit?“
„O nein, nicht der Herzog!“ entgegnete Günther. „Um ſeinetwillen habe ich büßen müſſen. Es iſt der Kurfürſt, der mich ſtrafen will, daß ich meiner Lohns⸗ pflicht auch gegen den Andern nachgekommen bin!“
„Ich bitte Euch, der Kurfürſt? Wie iſt er auf einmal dahergekommen? War er denn nicht am Rhein? Setzt Euch, Vetter, laßt mich Alles hören, wamit wir beſprechen können, was zu thun iſt!“
Der Graf ſetzte ſich mit einem tiefen Seufter, ſein ſorgenvolles Antlitz zeigte jetzt keine Spur von der frühern ſo wohlthuenden Heiterkeit.„Sie ſagten mir's voraus, die es gut mit mir meinten!“ ſprach er.„Wenn die beiden ſächſiſchen Fürſten, von denen ich Güter zu Lehn trage, ſich wieder entzweien würden, wie es ſchon geſchehen, und jeder von mir fordern möchte, daß ich ihm mit der ſchuldigen Mannſchaft und Ritterpferden zuzöge, was ſollte da aus mir werden! Ich glaubte recht klug zu handeln, als ich beiden meine Lehnspflicht leiſtete. Herzog Moritz ſchien auch damit zufrieden zu ſein, er hat mir's wenigſtens nicht nachgetragen, daß ich dem Kurfürſten mit der Hülfe, welche ihm die Stadt Halle an Kriegsvolk ſchickte, auch ein Paar Reiter nach dem Oberland zugehen ließ. Wie ich von dem grau⸗
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