Teil eines Werkes 
2. Bd. (1868)
Entstehung
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Ich möchte den Wundervogel, wie Frau von Bieſe⸗ rodt die Fremde nennt, ſchon einmal ſehen, ſagte Günther.Aber ſie läßt ſich vor Niemand blicken, auch Frau Magdalene, die doch verwandt iſt mit der Ehrenſtein, hat ſie nicht zu ſehen bekommen. Daß ſie eine Muhme des verſtorbenen Eidams iſt und keine

andern Verwandten hat, als die beiden Knaben, die

dort bei den Großältern ſind, mehr hat Frau Magda⸗ lene nicht erfahren, wie ſie meiner Frau geſagt hat. Wißt Ihr mehr von ihr?

Wenig mehr erwiderte Katharina, welche das, was ſie noch von Aquila über Adelheid von Rettleben gehört hatte, nicht weiter erzählen mochte, ſo verdienſt⸗ lich es an ſich für das junge Mädchen war, daß ſie den Muth gehabt, ihre Meinung über ein Unrecht auch da auszuſprechen, wo es ihr Verfolgungen zuziehen mußte. Landgraf Philipp hieß der Großmüthige, aber Aquila hielt ihn eher für unverſöhnlich in ſeinem Charakter, ſein Benehmen gegen Franz von Sickingen war der Beweis dafür. Niemals hatte Philipp von Heſſen dieſem vergeben, daß er einſt gegen ihn aufge⸗ treten, er war Sickingen's Todfeind geblieben und hatte ihm das noch auf dem Sterbelager gezeigt.

Die Stunde, welche die Gräfin ſich zu einer ver⸗

traulichen Beſprechung auf den Wunſch ihres Vetters 2*