Teil eines Werkes 
2. Bd. (1868)
Entstehung
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Gott weiß ihm ſeine Bahn vorzuzeichnen wir wollen nur auf Gott, nicht auf Menſchen vertrauen, ſprach Katharina.Mögen aber auch die ſchwerſten Prüfungen über uns kommen, ſo geziemt uns Stand⸗ haftigkeit.

Sie bemerkte wohl, daß das Geſpräch dem Vetter das Herz ſchwer machte, und ging nun auf andere Gegenſtände über, die ſie zum Theil gemeinſchaftlich betrafen, denn die Landeshoheit auch in ihrem Gebiet war immer dem Grafen geblieben. Nachdem ſie ſich über die zu beſprechenden Punkte leicht verſtändigt hatten, fragte Günther, ob der alte Valentin hier ge⸗ weſen ſei oder ob ſie ihn an einem andern Orte ge⸗ troffen habe. Katharina erwiderte, daß er bei ihr geweſen, um ſich zu entſchuldigen, daß er mit ſeiner Frau nicht zur Hochzeit kommen könne, zu der ſie ihn auch eingeladen habe, und fügte lächelnd hinzu:Meine Gäſte hatten ſo ſehr darauf gerechnet, bei dieſer Gele⸗ genheit auch die ſchöne Rettleben kennen zu lernen, welche zu den alten Leuten auf dem Ehrenſtein ihre Zuflucht genommen hat; ſie leidet aber, wie mir Va⸗ lentin ſagte, an einem unheilbaren Siechthum, das ſelbſt die kluge Anna, die mir mein Kind auch erhalten hat, nicht zu beſiegen vermag, und wäre doch nicht mitgekommen, wenn Frau Margarethe mit ihrem Mann auch zugeſagt hätte. 5