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Günther wußte, daß ſie viel mit Geiſtlichen ver⸗ kehrte, wie ſie auch in den ihr belaſſenen Landestheilen das Werk der Reformation, welches ihr Gemahl bei ſeinem frühen Tode nicht hatte vollenden können, mit Muth und Eifer durchgeführt hatte, während Günther ſelbſt erſt vor fünf Jahren, zwei Jahre nachdem er durch ſeines Vetters Heinrich Tod zur Erbfolge auch in Arnſtadt gelangt, zur proteſtantiſchen Kirche über⸗ getreten war. Die Glaubenskraft in Katharina mußte er bewundern, wenn er auch meinte, daß ſie zu weit ging. Darin glaubte er eben den Einfluß der Männer zu erkennen, mit denen ſie ſich in geiſtlichen Dingen berieth, denen ſie jedenfalls auch die Nachrichten über die drohenden Kriegsgefahren verdankte.
Er trat ihrer Anſicht über das mögliche Nachgeben in Glaubensartikeln nicht entgegen, obgleich er ſie keineswegs theilte. In ihm war das Gefühl eines deutſchen Reichsfürſten und der alten Treue noch immer mächtiger als das eines Proteſtanten und er ſuchte den Zwieſpalt, wenn er ſich in ihm regte, auszugleichen. „Ihr habt chriſtlich geſprochen, Katharina, der Aus⸗ gang liegt in Gottes Hand!“ erwiderte er.„Ihm wollen wir Alles anheimſtellen. Gibt er dem Kaiſer den Sieg, ſo vertraue ich der ſtets bewieſenen Milde Karl's,
daß er ihn nicht zum Aeußerſten benutzen wird.“ Bernd von Guſeck, Katharina von Schwarzburg. II. 2


