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Glaubt er ſo gewiß an den Sieg?“ entgegnete Günther.„Seid Ihr davon überzeugt?“
„Der Ausgang liegt in Gottes Hand!“ erwiderte Katharina.„Ich bin betrübt über dieſen Krieg, den unſer theurer Luther ſo unabläſſig bemüht geweſen iſt zu verhindern, wie mir noch kürzlich ein treuer Freund und Gehülfe des Verſtorbenen geſagt hat. Es iſt nimmer gut, daß Deutſche gegen Deutſche die Waffen kehren, und die Feinde Deutſchlands jubiliren darüber. Wenn alle, die eines Glaubens ſind, ſtark und ein⸗ müthig zuſammenhielten, würde auch die Widerpart ſich wohl beſinnen, die Waffen gegen ſie zu ergreifen!“
„Mein Sohn iſt am Hofe des Kaiſers“, äußerte der Graf. Doch ſprach er die väterliche Beſorgniß, die ſich daran knüpfte, nicht weiter aus, ſondern erinnerte daran, daß der Kaiſer, weil eben viele Reichsſtände evangeliſchen Bekenntniſſes ſich von dem bewaffneten Wi⸗ derſtande gegen ihn fern hielten, unmöglich auch dieſe mit Gewalt ihrer auf frühern Reichstagen zugeſagten Religionsfreiheit berauben könne.
„Das glaube ich auch nicht“ ſagte Katharina.„Aber ſie können ſich durch Nachgeben in vielen Punkten ſelbſt ihres köſtlichen Kleinods zum Theil berauben. Das fürchten eben erleuchtete Männer, mit denen ich darüber
geſprochen habe.“


