Teil eines Werkes 
2. Bd. (1868)
Entstehung
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des Sturms, der auch ihr Land nicht verſchonte, ihr edles Bild mit reichern Kränzen ſchmückte. Graf Gün⸗ ther hatte ſchon Gelegenheit gehabt, ihre Feſtigkeit kennen zu lernen, als ſie ihre Rechte im Gedanken an ihre Kinder vertheidigte; jetzt, bei einem Geſpräch, das er unter vier Augen über die nächſte Zukunft mit ihr führte, mußte er den Geiſt bewundern, mit welchem ſie die Lage der Dinge und die Gefahren, welche auch der Religionsfreiheit drohten, beurtheilte. Sie wußte mehr, als er auf ſeiner Reiſe erfahren hatte, ſie konnte ihm ſagen, was ſie aus zuverläſſigem Munde vernom⸗ men, ihren Gäſten aber, um ſie nicht zu beunruhigen, verſchwiegen hatte: der Kaiſer hatte ſich mit dem Papſte verbündet, den Krieg gegen die Schmalkaldner und die übrigen Proteſtanten im Juni zu unternehmen und dieſelben mit Gewalt der Waffen zur alten Reli⸗ gion und zum Gehorſam gegen den römiſchen Stuhl zurückzuführen.

Günther erblaßte im erſten Augenblicke, als er das hörte, faßte ſich aber ſchnell und fragte, woher ſie das wiſſe. Sie durfte ihm das nicht ſagen, denn ſie

hatte Schweigen gelobt, aber ſie verſicherte ihm, daß

er ſich auf die Wahrheit der Nachricht verlaſſen könne; der Kaiſer habe das Bündniß mit dem Papſte ſchon früher für den Fall, daß der Reichstag zu Regensburg