Teil eines Werkes 
2. Bd. (1868)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

8

ich weiß, kur⸗ und auch herzoglich ſächſiſcher, zu⸗ gleich kaiſerlicher und böhmiſcher, auch einiger geiſt⸗ licher Fürſten Lehnsmann. Einem könnt Ihr doch nur dienen und drei, vier andere werden Euch der Felonie ſchuldig erachten!

Ich werde mir ſchon zu helfen wſen Vetter! antwortete der Graf, welcher jedem Humor zugänglich war.Wenn ich jedem ſein Theil Reiter ſchicke, mögen dieſe es mit einander abmachen. Ich habe dann meine Schuldigkeit gethan.

O macht doch endlich dem Kriegsgeſpräch ein Ende, gnädige Frau! wurde die Gräfin Katharina von einer ihr gegenüberſitzenden Dame gebeten, welche die Fülle ihrer üppigen Reize durch einen beſonders reichen Anzug gehoben hatte und der Mode weit ausgeſchnittener Kleider mehr huldigte, als bis jetzt in thüringer Landen Ein⸗ gang gefunden hatte.

Es möchte ſchwer ſein, Frau von Bieſerodt, erwi⸗ derte die Gräfin.Die Geiſter ſind allzu voll davon. Ich will es aber verſuchen. Sie benutzte einen Mo⸗ ment, wo ihr Nachbar, Graf Günther, dem Pokal zuſprach, und ſagte ihm, ob er nicht auf das Wohl des neuen Ehepaares trinken wolle. Der Graf brachte ſogleich aufſtehend einen alten Glück⸗ und Trinkſpruch aus, der mit Jubel aufgenommen wurde und wenigſtens