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Bürger und Meiſter in ihren Werkſtätten, ſo war ſein Horizont wieder in anderer Weiſe eingeengt; nur das Lehnsverhältniß, in welchem er mit wenigen Ausnah⸗ men ſtand, machte ihm Sorgen. Denn wenn ſich auch das alte ſtrenge Lehnsweſen, in welchem der Vaſall unweigerlich bei Verluſt des Lehns und der Ehre, ja in dringenden Fällen ſogar des Lebens beim Rufe des Lehnsherrn perſönlich zum Kriegsdienſt aufſitzen mußte, längſt gelockert, der Adel ſich theils Nachlaß davon ertrotzt, theils erkauft hatte, ſo blieb doch immer die Pflicht noch unbeſtritten und konnte leicht große Ver⸗ legenheiten bereiten, namentlich da, wo ſich die Guts⸗ beſitzer aller kriegeriſchen Anwandlungen entſchlagen und lediglich dem Landbau, unbeſchadet ſtandesmäßiger Beluſtigungen, hingegeben hatten. Der alte Valentin Ehrenſtein auf ſeinem Sonnenlehn konnte wohl lachen, der hätte ſelbſt, wenn er noch jung geweſen wäre, we⸗ der dem Kaiſer noch irgend einem Fürſten zuzuziehen gebraucht, aber mancher von ſeinen begüterten Nach⸗ barn trug bei der grenzenloſen Zertheilung deutſcher Landgebiete Lehen von verſchiedenen Herren, und wenn dieſe nun, wie die beiden Linien des Hauſes Sach⸗ ſen, einander feindlich waren und jeder von ihnen den Vaſallen in einer und derſelben Perſon aufmahnte, konnte der ſich denn auch in ſeinem Leibe theilen?


