Teil eines Werkes 
2. Bd. (1868)
Entstehung
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Gährung, die jeden Augenblick zum furchtbarſten Aus⸗ bruch führen konnte, in friedlicher Stille lebte! Auf den luftigen Höhen, in den grünen Thälern des ſchönen thüringer Waldgebirges ruhte noch immer der heilige Gottesfriede. Der Köhler im tiefen Tannenforſt, der Meſſerſchmied in der Ruhl, die Weber, Garnſpinner und Holzſchnitzer in ihren Hütten und die bürgerlichen Handwerker in den Städten trieben ruhig ihre tägliche Arbeit; der Vogelſteller, in ſeiner echt thüringiſchen Leidenſchaft für die gefiederten Sänger des Waldes, ſchlich zur Vogeltränke am einſamen Quellengerieſel und lauſchte dem beſten Finkenſchlag, den nur ſein ge⸗ übtes Ohr unterſcheiden konnte; zu ihm drang der Schall der Werbetrommel nicht, welche unten im Lande raſſeln mochte. Wären nicht zuweilen doch Handwerksburſchen und andere fahrende Geſellen über denWald gekom⸗ men, ſo hätten die Bergbewohner kaum gehört, daß

ſich draußen ein böſer Krieg vorbereite. In den kleinen

Städten beim Bierkrug am Feierabend wurde wohl be⸗ ſprochen, was man eben gehört hatte, aber wie es zu allen Zeiten geſchieht und geſchehen wird, wo der Geſichts⸗ kreis ein beſchränkter iſt, wurden dabei die abſonder⸗ lichſten und aberwitzigſten Meinungen laut. Auf den Schlöſſern des Adels war's nicht viel beſſer; wenn der

auch durch ſeine Verbindungen mehr erfuhr als die *