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Frau von Ehrenſtein jetzt wieder das Wort.„Dort⸗ hin war ſie ganz allein gekommen. Es war ihr, wie ſie mir ſagt, zuletzt nichts übrig geblieben, als ſich zu entfernen. Sie hatte im Sinne gehabt, nach Baiern zu gehen, wo ſie eine Verwandte hat, die in einem Kloſter Aebtiſſin iſt, dort aber in Koburg iſt ſie krank geworden und um ihre ganze Habe gekommen. Da hat ſie wie durch Gottes Eingebung an uns gedacht und uns gebeten, ſie eine Weile aufzunehmen. Mein Mann hat ſie dann abholen laſſen. Aber wer ſie früher ge⸗ ſehen hat, das luſtige Kind, das wie eine Roſe blühte, der kennt ſie jetzt nicht wieder; ſie iſt krank an Leib und Seele, glaub' ich, und darum hat Euch Valentin auch bitten laſſen, einmal herzukommen und der Armen tröſtlich zuzureden; vielleicht beichtet ſie Euch!“
„Mir!“ entgegnete Aquila, deſſen Geſicht ſchon wieder den ernſten, ſtrengen Ausdruck angenommen hatte.„Da hättet Ihr um einen katholiſchen Prieſter nach Erfurt ſchicken müſſen! Wenn Ihr aber wollt, ſo werde ich verſuchen, ſie zur Offenheit gegen Euch, ihre Wohlthäter, zu bewegen. Habt Ihr für ihre leib⸗ liche Krankheit etwas gethan, einen Arzt befragt?“
„Meine Frau verſteht ſich ſelbſt auf allerlei Krank⸗ heiten, beſſer wie mancher Bader!“ erwiderte Ehren⸗ ſtein.„Hier aber weiß ſie ſich ſelbſt keinen Rath mehr,


