Teil eines Werkes 
1. Bd. (1868)
Entstehung
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ſeinen Nachbar in Rudolſtadt, gehört, daß Aquila Prediger und Lehrer in Wittenberg geworden ſei und Luther getreulich zur Seite ſtehe, ſowohl im Amt wie bei deſſen herrlichem Werk, der Vibelüberſetung; nicht lange nachher war Abler gar auf Luthers Wunſch nach Saalfeld gekommen, wo er dann Superintendent

geworden war. In ſolcher Nähe hatten beide denn

die alte Freundſchaft erneuert, und wenn ihr Umgang, wie es manche Verhältniſſe mit ſich brachten, auch kein häufiger war, ſo ſahen ſie ſich doch von Zeit zu Zeit und erinnerten ſich gern der alten gemeinſchaftlich ver⸗ lebten Tage. Ihr Unterſchied im Alter, der überhaupt nur fünfzehn Jahre betrug, hatte ſich mehr und mehr dem innern Weſen nach ausgeglichen; Aquila näherte ſich jetzt auch ſeinem ſechsten Jahrzehnt, und wenn ſein ſchwarzes Haar auch noch wenig Silberfäden zeigte, ſo war doch Valentin Ehrenſtein mit ſeinem ſchneeweißen Scheitel feuriger und jugendlicher als er. Wie raſch und kräftig ging er ihm entgegen, während der Geiſtliche ſich von ſeinem Knecht vom Wagen helfen ließ!

Willkommen! Ich danke Euch, Doctor, daß Ihr mir's nicht abgeſchlagen habt! rief der Schloßherr und ſchüttelte ihm die Hand.

Vor der Ernte wäre ich ſchon ohne Eure Ein⸗ ladung einmal wiedergekommen erwiderte der Super⸗