dreißig Jahren kennen gelernt, als er, der reichsfreie Edelmann, Franz von Sickingen zugezogen war, der für die verwittwete Landgräfin von Heſſen gegen den jetzigen Landgrafen Philipp deren Recht geſucht hatte. Aquila, der eben die Univerſität Leipzig verlaſſen hatte, begeiſtert und erfüllt von Luther's Lehren, war von Sickingen als Feldprediger für ſeinen Heereszug ge⸗ wonnen worden, und Valentin von Ehrenſtein hatte mit dem viel jüngern Manne, deſſen Unerſchrockenheit ſich nicht blos in ſeiner Predigt, ſondern auch in Kriegsgefahren bewährte, bald Freundſchaft ge⸗ ſchloſſen. Beide waren ſich einige Jahre ſpäter dort noch einmal begegnet, als Ehrenſtein dem Sickingen noch einmal aus freiem Entſchluß zugezogen war; da hatte er ſeinen Freund, der mittlerweile wechſelnde Schickſale gehabt, wiederum auf der Ebernburg ge⸗ troffen, diesmal aber als Hauslehrer der Kinder Sickingen's. Nach dem Tode dieſes kühnen Reichsritters, der für Valentin das leuchtende Vorbild eines ſolchen war, hätte er wohl nimmer geglaubt, ſeinem Adler, wie er ihn lieber nannte, noch einmal im Leben zu begegnen, denn dieſer war aus Oberdeutſchland, ein geborener Augsburger, und Valentin gedachte nun ſein Leben ruhig auf dem Ehrenſtein zu beſchließen, aber bald hatte er von ihm durch den Grafen Heinrich,
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