Teil eines Werkes 
1. Bd. (1868)
Entstehung
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Ehrwürden zu thun und darum keine Zeit zum Han⸗ deln mit mir! Wenn's noch der ſelige Tezel wäre, mit dem die luſtigen Junker manchen guten Handel auf Ablaß für ihre Sünden abgeſchloſſen haben! Unſere jetzigen geiſtlichen Herren laſſen aber nicht mehr wegen der Sünden mit ſich handeln und der da am wenigſten! Da heißt's: Bereue Deine Sünden, thue Buße und beſſere Dich! Das iſt ſehr unbequem!“ Mit dieſen unheiligen Gedanken ſpähte er auf den ankommenden Wagen hernieder und erkannte nun auch den Mann, der hinter dem Knecht ſaß. Es war wirk⸗ lich Aquila, der Superintendent aus Saalfeld. Wollte er den Herrn Valentin nur beſuchen, wie er heute früh ſchon die Gräfin auf der Heidecksburg beſucht hatte, oder war er nach dem Ehrenſtein ausdrücklich ein⸗ geladen worden? Der gehörte doch gar nicht nach Saalfeld ins Sächſiſche, ſondern hatte ſeinen Paſtor unten in Teichmannsdorf! Wenn Herr Valentin ſich den Doctor Aquila aus Saalfeld holen ließ, ſo mußte etwas ganz Abſonderliches vorgefallen ſein, wie man bei einer ſchweren Krankheit ſich einen andern Doctor ruft, wenn der erſte nicht helfen kann. Deshalb brauchte aber nicht der ehrliche gute Kandel mit dem Hunde fortgehetzt zu werden; er wußte manchmal beſſern Rath zu geben als Pfaff und Doctor zuſammen!

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