Teil eines Werkes 
1. Bd. (1868)
Entstehung
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her.„Viel weniger noch verachte ich Dich! Es würde mir ſchlecht anſtehen!“

Frau Anne hörte mit Verwunderung und Mißver⸗ gnügen dieſe Worte und nahm den Dank für die Auf⸗ nahme, welchen ihr Gosmar beim Scheiden ausſprach, mit ſaurem Geſicht auf. Sie hatte ſich dabei, wie ſie in beſonderer Gemüthsbewegung zu thun pflegte, aus der gebückten Haltung ihres Alters aufgerichtet und überragte den kleinen, dürftigen Mann wohl um eine Kopflänge. Ihre frühere Geſinnung gegen ihn hatte ſich vollſtändig umgewandelt, ſeit er ſelbſt eingeſtanden, was ſie ihrem Vetter nicht recht geglaubt hatte, daß er an den Greueln des Bauernkriegs Theil ge⸗ nommen, der ſchrecklichen Zeit, welche ſie ihres Mannes beraubt hatte. Auch der Mann der alten Frau war von dem wilden Ausbruch langgenährten Haſſes er⸗ griffen worden, welcher damals das Landvolk in

Mittteldeutſchland, das Luther's Lehre von der Freiheit

auf das Irdiſche deutete, gegen ſeine Dränger zum Auf⸗ ſtand getrieben. Anne hatte ihn nicht zurückhalten kön⸗ nen und bald nachher ſeinen Tod beweint. Ihr Zorn aber hatte nicht die Hartherzigen getroffen, die ſie für die Vollſtrecker eines göttlichen Strafgerichts anſah, ſondern die Unglücklichen, welche ſich zum Aufruhr

hatten hinreißen laſſen, ſie hatte ihren Mann beweint, Bernd von Guſeck, Katharina von Schwarzburg. J. 13