Teil eines Werkes 
1. Bd. (1868)
Entstehung
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Gefangenen wieder, dem man das Schlimmſte nach⸗ ſagt. Sage mir, wie das abgelaufen iſt und warum Du nun hier mich ſprechen willſt.“

„Ich habe mich ſelbſt frei gemacht“ antwortete Gosmar,„und da ich Euch in Blankenburg erkannt hatte, war's mir wie eine Gnade von Gott und ein Zeichen, daß ich wieder zu Euch gehen und Euch die⸗ nen ſollte wie ſonſt.“

„Wohl Dir, wenn Du noch auf Gnade von Gott hoffen kannſt!“ erwiderte Günther.„Mit mir gehen kannſt Du aber nicht. Ich will aufrichtig gegen Dich ſein. Nicht aus Noth bin ich zu Fuß über das Wald⸗ gebirge gewandert, ich hatte meine Urſachen dazu; drüben auf der andern Seite werde ich erwartet von meinem Diener mit den Pferden, dann ziehe ich meine Straße, die ich ziehen muß. Ich kann Dich nicht mit⸗ nehmen; gib Dir keine Mühe, mich zu überreden. Sage mir alſo kurz, was Du mit mir ſprechen wollteſt; ſage es mir hier, Mutter Anne kann Alles anhören, denn ich habe keine Geheimniſſe mit Dir, den ich ſeit zwanzig Jahren nicht mehr geſehen habe.“

Es lag eine kalte Abfertigung in ſeinem Tone, welche bewies, daß er dem ehemaligen Diener ſeines Vaters keine Zuneigung mehr bewahrte, wohl auch an die Beſchuldigungen glaubte, die er in Blankenburg