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prüfend auf ihm ruhte.„Oder kennt Ihr mich viel⸗ leicht?“
Wohl kannte ihn Günther, denn er hatte ihn früher geſehen; aber wenn er ihn auch nicht gekannt hätte, mußte er doch wiſſen, wen er vor ſich hatte. Der Alte war im Lande zu bekannt, als daß Günther nicht ſchon von ihm hätte gehört haben ſollen. Er verleugnete ihn indeſſen.
„Ich kenne Euch nicht, Herr“, antwortete er.„Ich wundere mich nur, wie Euch das Rößlein tragen kann.“
„Ja, mein tapferer Freund, auf das hohe Pferd kann ich mich nicht mehr ſetzen“, erwiderte der Alte, indem er von neuem herzlich auflachte; und da er ſah, daß der Fremde die Stirn runzelte, ſetzte er hinzu: „Ich meine es wörtlich; die Rede iſt freilich ſchon ſprichwörtlich geworden, ſie muß Euch aber nicht ver⸗ drießen. Vom Klepper aufs große Schlachtroß zu ſteigen, bin ich nicht mehr im Stande, meine Beine ſind viel zu ſteif dazu. Warum ſollte ich auch? In die Schlacht brauche ich nicht mehr zu reiten, und wer hoch ſteigt, der fällt tief. Na, Mann, was habt Ihr denn? Ihr nehmt mir ja jedes Wort übel!“
„Nicht doch!“ ſagte Günther, den Ausdruck ſeiner Züge bezwingend, der leider ſtets die leiſeſte Regung


