gelegt hatte, den Spieß auf die Schulter nahmen, um als gemeine Landsknechte für Sold zu dienen.
„Ein Bett auf breiter Haide, wie's im Liede heißt, nicht wahr?“ ſagte der alte Mann auf die brummige Antwort.
Jetzt faßte ihn der Fremde voll ins Auge, da er bisher nur unmuthig über ihn hingeblickt hatte. Er ſah eine ſeltſame Reiterfigur vor ſich; Roß und Mann paßten ſehr ſchlecht zuſammen. Der Klepper war un⸗ anſehnlich und klein, der Reiter augenſcheinlich hoch⸗ gewachſen, denn ſeine langen Beine hingen vom Sattel faſt bis an die Erde hinab. Aber an ſich war er ein ſchöner alter Mann, mit einem beſonders freundlichen Geſicht und muntern blauen Augen; unter ſeinem dunkelfarbigen Barett quollen ſchneeweiße Haare her⸗ vor, die ihm noch ſtark, aber ſchlicht bis auf die Hals⸗ krauſe hingen, wie vom Kinn herab ein langer wohl⸗ gekämmter Silberbart wallte. Die Oberlippe zierte ein mächtiger Knebelbart, deſſen Enden aufgeſtutzt waren. Der Reiter ſah gar nicht aus, als ob er froh ſei, wenn ihm Niemand etwas thue, im Gegentheil hatte er eine ſehr. zuverſichtliche Miene, obſchon eher luſtig als ſtreitbar.
„Ihr ſeht mich ja an, als ob Ihr mich abkonter⸗
feien wolltet?“ ſagte er, als des Fremden Blick ſo Bernd von Guſeck, Katharina von Schwarzburg. I. 2


