Teil eines Werkes 
1. Bd. (1868)
Entstehung
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und mehr, nachdem die Kirche verödet und dem Verfall überlaſſen war.

Damals ſtand das impoſante Bauwerk byzantiniſchen Stils in ſeiner Kreuzesform mit ſeinen vier Thürmen noch unverſehrt. Günther blieb einen Augenblick ſtehen und hob die gefalteten Hände zum Nachthimmel empor, als wolle er den ſtarken und eifrigen Gott an⸗ rufen, den Frevel, der an ſeinem Heiligthum begangen worden, zu rächen. Dann trat er in die Vorhalle zu dem großen ſteinernen Becken, das jetzt leer war; er ſegnete ſich Stirn, Mund und Bruſt mit dem Zeichen des Heils und kniete auf der Schwelle zu dem ver⸗ ſchloſſenen Portale nieder, um inbrünſtig zu beten. Die Macht des Gebets bewährte ſich an ihm auch zu dieſer Stunde, und als er daſſelbe beendigt hatte, legte er ſich auf die Schwelle zum Schlafen nieder. Wo konnte er beſſer gebettet ſein!

Ueber den Bergen, wo das Thal des Rinnebachs zu dem der unfernen Schwarza ſich ſenkt, dämmerte nach der kurzen Sommernacht der Morgen auf. Hoch am Himmel ſtand noch der Mond, aber ſein Glanz, vor welchem die Sterne der Nacht erblichen waren, fing nun ſeinerſeits an vor den Purpurlichtern in Oſten zu ermatten. Ein friſcher Wind hatte ſich auf⸗ gemacht und die Bäume auf den Höhen geweckt, daß