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Kloſtergebäuden hauſten nun wohl die Diener der weltlichen Macht, die ſich der reichen Beute verſichert hatte, da mochten ſich jetzt Vogt und Amtmann, Rent⸗ meiſter und Forſtwart breit und laut machen— die Kirche des Herrn war der Meſſe auf ewig verſchloſſen! Mit unſichern Schritten, als ginge er ſelbſt auf böſen Wegen, nahte ſich Günther dem erhabenen Gotteshauſe, das in ſeiner ganzen Herrlichkeit vom Monde beleuchtet vor ihm lag. In der Fremde, wo er ſo lange ver⸗ weilt, hatte er manches Meiſterwerk kirchlicher Bau⸗ kunſt geſehen, in manchem prächtigen Dome des Südens gebetet, aber ihm war zu dieſer Stunde, als könne ſich keiner mit dieſer Kirche ſeiner Heimatlandes meſſen. Sie iſt nun längſt verfallen. Die mächti⸗ gen Säulen im einſtigen Mittelſchiff ragen in den leeren Himmel hinauf, ſie tragen kein Gewölbe mehr, auf den Mauern ſind hohe Bäume emporgewachſen, nur ein Thurm ohne Spitze ſteht noch wohl erhalten gen Mittag, die andern ſind ſpurlos verſchwunden, die ſchönen Fresken über dem großartigen Portale und den Bogen zu den Seitenkapellen ſind unerkennbar er⸗ loſchen, die Grabſteine der alten Aebte verſunken, mit Moos bedeckt und verwittert, aber noch heute machen die Ruinen von Paulinzelle, die ſchönſten in ganz Thüringen, den erhabenſten Eindruck, dreihundert Jahre


