Teil eines Werkes 
1. Bd. (1868)
Entstehung
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Wink gegeben, wohl das Unglück geahnt, das über ihn gekommen war, und darum den Tag geſegnet, der ihn den Frieden in der ſtillen Kloſterzelle ſuchen ließ. Sie mußte heute, als ſie langſam den Berg hinaufſtieg, ſo lebhaft an die alte Zeit denken und war traurig, wenn ſie ſich zurückrief, was Günther jetzt geſprochen hatte. Er war ſo lange in der Fremde geweſen, welche Schickſale mußte er erlebt haben, welche ſtanden ihm noch bevor!

Unterdeſſen war Günther in die Nähe des Kloſters gelangt. Er wußte wohl am beſten, ob es immer eine Stätte der Gottſeligkeit geweſen, ob er den Frieden, den er in den heiligen Mauern geſucht, darin gefun⸗ den hatte. Aber was er auch hier an ſchlimmer Ent⸗ täuſchung erlebt haben mochte, der Glaube, in dem er getauft und erzogen worden war, hatte dadurch nichts an ſeiner Kraft verloren, und das Gefühl, mit welchem er einſt dieſe Mauern, der Gewalt weichend, mit den Brüdern verlaſſen hatte, war heute, als er von der Waldhöhe das Kloſter zuerſt wieder erblickt, mit er⸗ neuter Bitterkeit in ihm erwacht. Nicht ſeinem eigenen Schickſal hatten die Thränen gegolten, welche er droben auf ſeinem einſamen Sitze geweint hatte, ſondern der grauſamen Gewaltthat, durch welche das Heilig⸗ thum ſeiner Kirche entriſſen worden war. In den