„Das iſt auch erſt gebaut“, antwortete Anne.„Ein fremder Müller iſt hier angezogen.“
„Du wohnſt noch in Deinem Häuschen?“ fragte er. Sie bejahte es und er verließ ſie, ohne ihr Er⸗ bieten, daß ſie ein Stück mit ihm gehen und ihm einen bequemern Pfad in das Thal zeigen wolle, zu be⸗ achten. Sie blickte ihm nach, wie er im Gebüſch ver⸗ ſchwand, und ſchüttelte dann traurig den Kopf.„Was will das werden?“ ſeufzte ſie.„Warum iſt er wieder ins Land gekommen?“ Sie muſterte den kleinen Vor⸗ rath von guten Kräutern, den ſie bereits auf ihrem mitternächtlichen Gange gepflückt hatte, ehe die Störung eingetreten war. Der Segen war nun von dem Werke genommen, ſie mußte heimkehren und konnte auf ihrem weiten Gange an nichts Anderes denken als an die Heimkehr des Junkers Günther, der im Kloſter den Namen Pater Ambroſius geführt hatte. So jung war er Mönch geworden! Und nun, wie er ſagte, war er es nicht mehr, der Erzbiſchof hatte den Mönchen, welche Paulinzelle verlaſſen mußten, ihre Kloſterge⸗ lübde zurückgegeben. Warum ſie nicht lieber in ein anderes Kloſter genommen? In Erfurt gab es ja ſo viele! Dieſe Frage drängte ſich ſelbſt der einfachen Frau auf und ſie beantwortete ſich das: es mochte wohl der eigene Wunſch der Ordensgeiſtlichen geweſen


