Teil eines Werkes 
1. Bd. (1868)
Entstehung
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rollten. Jetzt ließ er ſein Haupt ſinken und verhüllte das Antlit mit der Hand. So ſaß er noch eine lange Weile, dann richtete er ſich auf und ſah wie aus einem Traume erwacht umher, dann griff er zu dem breit⸗ randigen Hut und dem Wanderſtabe, welche neben ihm lagen, und wollte eben die Stätte verlaſſen, als er, nicht weit entfernt, ein heiſeres Huſten vernahm, das ſich in kurzen Pauſen näher und näher kommend wieder⸗ holte. Wer trieb hier ſein Weſen zu dieſer Stunde, wo die Menſchen im tiefen Schlafe lagen und nur ſolche, die beim hellen Tageslicht ihr Geſicht oder ihr Thun nicht zeigen durften, unter dem Schleier der Nacht umhergingen? Der Mann, der ſo lange auf dem Vorſprunge geſeſſen hatte, trat in das Gebüſch, um dem Nahenden auszuweichen, denn auf dem ein⸗ zigen Pfade, der zu dieſer Stelle und wieder von hinnen führte, hätte er ihm ſonſt begegnen müſſen. Jetzt huſtete es ſchon ganz nahe, ſtärker und keuchender als zuvor, und gleich darauf trat eine gebückte, aber große Geſtalt anf den monderhellten Platz. Es war ein Weib mit einem Handkorbe am Arme. Langſam richtete es den Kopf in die Höhe, ohne ſeine gebückte Haltung zu verändern, blickte flüchtig rechts und links in das Thal und eine Weile ſtetig zur Seite, gleichſam witternd, als ſpüre es die Nähe eines Fremden, dann 1*