4 ſah es zum klaren Himmel empor und der Verborgene konnte nun das Geſicht im Mondſchein deutlich erkennen. Er zuckte mit der Hand nach der Bruſt— kannte er die Frau oder machte dies ſtark ausgeprägte Geſicht auf ihn einen beſondern Eindruck? Sie bückte ſich jetzt wieder und tiefer als zuvor, ſie ſchien am Boden etwas zu ſuchen und kniete endlich mit einer raſchen Bewegung nieder.
Da trat er aus dem Gebüſch.„Mutter Anne!“ ſagte er mit gedämpfter Stimme.
Sie erſchrak und fuhr empor, ſie wandte dem Störer ein zorniges Antlit zu.„Was will Er hier?“ rief ſie.„Wer iſt Er? Was hat Er hier zu ſuchen und zu ſprechen, daß mir die ganze Nacht, der ganze Vollmond verloren geht? Ich kenne Ihn nicht; was will Er von mir?“
„Sie kennt mich wohl, Mutter Anne“, entgegnete er, indem er ihr näher trat und das lange ſchwarze Haar von den Schläfen zurückſtrich. Sie blickte in ein ſchönes männliches Geſicht, in ein dunkles, glühendes Augenpaar.„Ach du mein gnädiger Herrgott!“ rief ſie, die Hände zuſammenſchlagend.
„Still, wenn Du mich jetzt erkennſt, Anne!“ ſprach er.„Nenne den Namen nicht, der hier nicht mehr ge⸗ nannt werden darf, nicht den Namen“— er ſtreckte den
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