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Gotteshaus wie zu einem heiligen Feſte erleuchtet aus⸗ nahm; daneben ragte die dunkle Steinmaſſe des Kloſters, deren Schatten die kleinern Gebäude, die zu ihm ge⸗ hörten, verbarg; Bäume und Büſche drängten ſich drüben im Wechſelſpiel von Licht und Dunkel zu ſelt⸗ ſamen phantaſtiſchen Bildungen— das war der Kloſter⸗ garten. Weiter hinab in der Thalſenkung lag ein grellweißes Haus, das mußte wohl neu erbaut ſein, ein weltlicher Eindringling inmitten der abgeſchloſſenen Welt.
Mitternacht war vorüber; kein Glockenſchlag hatte die Stunde verkündigt, kein frommer Glockenton ſollte je wieder von jenem Thurme die Gläubigen zum Dienſte des Herrn rufen! Auf einem Vorſprunge des nächſten Berghanges ſaß, vom Mondlicht hell be⸗ ſchienen, zu dieſer nächtlichen Stunde ein einſamer Mann. Er hatte den Kopf in die Hand geſtützt und ſchaute auf die wunderbar ſchöne Landſchaft. Aber ſie weckte in ihm nicht jenes ſüße träumeriſche Be⸗ hagen, das eine Mondſcheinnacht in anmuthiger Um⸗ gebung wohl zu erregen vermag, die Bruſt des Ein⸗ ſamen hob ſich nicht mit dem tiefen Aufathmen ſanfter Befriedigung, ſondern mit ſchweren, ſchmerzlichen Seuf⸗ zern und der Mondſtrahl zitterte in den Thränen, welche unbewußt, Perle auf Perle, ſeinem Auge ent⸗
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