Teil eines Werkes 
1. Theil (1862)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

237

niſche Officier, welcher ſich hier einquartirt, Tenczynski geheißen habe, fing er ſofort zu erzählen an, freilich kein Wort von dem, was für Ebba im Hinblick auf ihr Kind das Wichtigſte geweſen wäre, aber doch immer von dem alten Staroſten und ſeiner Familie und daß derſelbe keine Urſache gehabt, ſich über Gewaltthätigkeiten der Brandenburger oder Schweden auf ſeinen Beſitzungen zu beklagen. Wenn der hier einquartirte Officier wirk⸗ lich der Sohn des Staroſten geweſen, ſo war die Schonung, welche Friedrichs Vater an ihm gerühmt hatte, vielleicht nur die Anerkennung der Mannszucht geweſen, die von den Krockow's in Drewionka aufrecht erhalten worden war. Als Fritz dann das Leben dort ſchilderte und dabei wieder mehrmals der Familie er⸗ wähnte, hoffte Ebba immer, er werde Wanda's Namen nennen, ſchon um ſein gutes Bewußtſein darzuthun, aber ſie harrte vergebens darauf. Ahnte er denn gar nicht, was ſein Vetter von ihm erzählt haben konnte, oder war das abſichtliche Vermeiden, von dem Mäd⸗ chen zu ſprechen, Zartgefühl? Frau Ebba ſträubte ſich, dasſelbe für ein ſchlimmes Zeichen anzuſehen und hätte viel darum gegeben, zu wiſſen, wie Erika, welche nach ihrer Weiſe halb hinter ihr verborgen ſaß und mit tief geſenkten Augen Friedrichs Erzählungen lauſchte, in dieſem Momente über ihn denken mochte, ob die