233 urkunde, die ämtlich niedergelegt ſei, ein Haus zu Wien, das er habe einrichten laſſen, zur nachträglichen Mor⸗ gengabe ihrer Vermählung übermacht habe, und forderte ſie auf, davon in Perſon oder durch einen Bevollmäch⸗ tigten Beſitz zu nehmen.
„In Perſon!“ beſtimmte Max.„Hier iſt mein Schreiben: wir reiſen nach Wien!“
Während Cajetana erſtaunt das dienſtlich ausgefer⸗ tigte Schreiben aus der Kanzlei des Hofkriegsraths⸗Prä⸗ ſidenten las, zu welcher Würde Prinz Eugen in Wien kürzlich erhoben worden, überflog Mar den Schluß des Briefes der Gräfin. Er enthielt nur die Erwartung, Cajetana bald wieder zu ſehen.
Die beiden Gatten blickten ſich dann in die Augen. „Haſt Du nun eine Heimath?“ fragte Max. Ihre Zu⸗ kunft hatte eine völlig veränderte Geſtaltung gewonnen.
Die Meldungen im Quartier des Stabes und bei dem Obercommando, welches nach des Prinzen Entfer⸗ nung wiederum Graf Stahremberg übernommen hatte, waren bald abgemacht, die Anſtalten zur Reiſe, wo ſo wenig zu ordnen und mitzunehmen iſt, in kurzer Zeit ge⸗ troffen. Schwer wurde Max der Abſchied von ſeiner Compagnie, und die Mannſchaft gab ihm ihre Liebe und ihre Trauer um ſeinen Abgang in lauter Weiſe zu er⸗
1860. V. Im Strom der Zeit. IV. 15


