Teil eines Werkes 
4. Bd. (1860)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

230

auch ihr Herz dabei litt, ſie beſtand dieſelben helden⸗ müthig, und als nach der Schlacht von Luzzara Mangel und Elend über das kaiſerliche Heer kam, das zu ſchwach war, ſich durch kühne Offenſivſchläge von dem mächtigen Gegner zu befreien, der es in ſeiner Stellung in der un⸗ geſunden Po⸗Niederung feſthielt, als Offiziere und Sol⸗ daten monatelang ohne Sold blieben, da ertrug die treue Frau alle Entbehrungen mit lächelndem Muthe und er⸗ heiterte die Seele ihres Gatten, die ſich nur ihretwegen Sorgen machte. Die Noth lähmte bald auch die morali⸗ ſchen Triebfedern der Truppen: waren ſie doch meiſt ge⸗ worben, nicht lauter wackere Oeſterreicher, die auch an Standhaftigkeit das beſte Beiſpiel gaben. Eine ſchlimme Deſertion riß ein, ſelbſt von dem eigenen Regimente des Prinzen Eugen entliefen oft zehn, einmal ſogar mehr als zwanzig Mann eidvergeſſen den Fahnen Da hatte Mar Riedau die Genugthuung, daß Tag für Tag von ſeiner Com⸗ pagnie beim Appell auch nicht ein Mann fehlte; ſo mäch⸗ tig wirkt der Einfluß eines Offiziers, der die unbegrenzte Liebe und das Vertrauen ſeiner Soldaten hat, und er wußte dieſen guten Geiſt zu erhalten. Prinz Eugen er⸗ theilte im deshalb das höchſte Lob und rühmte ihn ganz ausdrücklich in ſeinem Berichte an den Kaiſer.

Auf dieſe trübe Zeit folgten aber wieder beſſere Tage, und als die Winterquartiere bezogen wurden, trat