es gingen zuweilen Ordonnanzen zum Heereszuge ab, und ſie wollte den General⸗Wagenmeiſter bitten laſſen, den Brief zu beſtellen— lagen doch noch mehrere Tage zwiſchen heute und dem Wiederſehen.
Als ſie eben zu ſchreiben anfing, kam ihre Dienerin herein und meldete den Grafen Colonna, der ihr, ohne die Erlaubniß abzuwarten, auf dem Fuße folgte. Er⸗ bebend, aber mit einem ſtolzen Unwillen im Blick und Miene ſtand Cajetana auf— ein Wink befahl der Die⸗ nerin zu bleiben.
Der Graf hatte ſich beim Eintritte tief verneigt; er erſchien Cajetana noch bläſſer, als heute Morgen— ſie hätte, wenn ſie ihn ſchärfer beobachtet, das krampfhafte Zucken ſeiner Lippen bemerken können. Er warf einen Blick auf die Dienerin, welche an der Thüre ſtand, und es war ihm ſelbſt natürlich, daß ſie blieb. Ehrfurchtsvoll nahte er Cajetana noch einige Schritte, dann blieb er ſtehen und ſprach mit bebender Stimme in italieniſcher Sprache, unbekümmert, ob ihn die Magd an der Thüre ebenfalls verſtehe:„Madonna, ich mußte kommen, meine ſchwere Schuld zu ſühnen! Ich habe mich an einer Heiligen vergangen, aber ich ſelbſt bin getäuſcht worden durch den ſchändlichſten Verrath, wie ich nun weiß—“
„Herr Graf,“ ſagte Cajetana, von ſeinen Worten noch mehr beunruhigt—„laſſen Sie die Vergangenheit


