Teil eines Werkes 
4. Bd. (1860)
Entstehung
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ſpäter, bei dem ſteten Wechſel des Aufenthalts, ſollte das Scheiden ihr ſchon leichter werden. In jenen langjährigen Kriegen war das Wort des Dichters noch eine Wahrheit: Der Soldat hat auf Erden kein bleibend Quartier, und ein liebendes Weib, das ihr Schickſal an das ei⸗ nes Soldaten knüpfte und Alles mit ihm theilen wollte, mußte ſich d'rein finden, ſich nirgend eine hei⸗ miſche Stätte gründen zu kännen, bis der Frieden kam oder die ewige Ruhe!

Prinz Eugen begann, im Widerſpruch mit der herrſchenden Kriegsmanier, welche lange Winterquartiere mit ſäumigen Rüſtungen zu halten pflegte, ſeine Feld⸗ züge oft ſehr früh, wodurch er eins der wichtigſten Ele⸗ mente des Erfolges für ſich gewann: die Ueberraſchung. Diesmal hatte er mitten im Winter eine Unternehmung ausgeführt, welche die Franzoſen ſo entmuthigte, daß ſie ihre Stellungen hinter dem Oglio räumten und ihm das ganze Land bis zur Adda preisgaben: es war der Ueber⸗ fall von Cremona, bei welchem der franzöſiſche Oberfeld⸗ herr Villeroy gefangen worden war*). Nach dieſem

*) Die Franzoſen ſangen ſelbſt auf den ſchlechten Feldherrn ein Spottlied: Frangais, rendez gräce à Bellone, Franzoſen, dankt der Bellona, Votre bonhqur est sans égal, Euer Glück iſt ohne Gleichen einmal: Vous avez conservé Orémone Ihr habt behauptet Cremona Et perdu votre général! Und verloren den General!

1860, V. Im Strom der Zeit. IV. 14