Teil eines Werkes 
4. Bd. (1860)
Entstehung
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der Neugier noch lebhafter war, und es ziemte ſich dann für Riedau's, dieſe Beſuche, die übrigens fern von aller Etikette, ſondern ungezwungen, wie das ganze Feldleben, waren, zu erwiedern. Aber alles das war doch nur ver⸗ einzelt und ſchnell vorübergehend, und der größte Theil des Winters blieb den jungen Eheleuten, um ſich ſelbſt zu leben. Die Stunden, welche Riedau in ſeinem unver⸗ änderten Soldateneifer dem Dienſte, der Beaufſichtigung und Uebung ſeiner Mannſchaft und Pferde widmete, galten Cajetana dabei nicht für verloren, denn ſie war für ſeinen Dienſt faſt ebenſo eifrig beſorgt als er, und wenn er dann heimkehrte, war es um ſo behaglicher in dem wohnlichen Zimmer: Cajetana hatte es verſtanden, ſich die wohlthuendſte Häuslichkeit zu ſchaffen.

Der italieniſche Frühling, der ſo zeitig die Mandel⸗ bäume mit Blüten bedeckte und friſches Grün hervorrief, während in der deutſchen Heimath noch Alles in Froſt und Schnee begraben ſein mußte, überraſchte Cajetana nicht wenig, und wie ſehr ſie ſich auch mit den Gedanken vertraut gemacht hatte, daß ſie eigentlich nur in einem Zelte wohne, welches abgebrochen werden müſſe, ſobald der Trompeter Allarm blies, fühlte ſie doch ein wahres Bedauern, die Stätte, wo ſie ſich ſo glücklich gefühlt hatte, vielleicht recht bald zu verlaſſen. Es war eben, weil ſie hier das erſte Glück des eigenen Herdes genoſſen hatte