Teil eines Werkes 
4. Bd. (1860)
Entstehung
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auf die Treue und Verſchwiegenheit meiner Leute ver⸗ laſſen und Anna war zum Glück nicht mehr hier. So iſt das nicht in die Welt gekommen, und ich habe mich noch dazu verſtanden, ihm in den Augen der Dienerſchaft eine Art von Scheinrecht zu geben. Nun hören Sie, was ſich weiter begeben hat. Der Thürſteher, durch die Klin⸗ gel zur Pforte gerufen, öffnet dem jungen Riedau und will ihm eben bedeuten, daß ich nicht zu Hauſe bin, als aus meinen Zimmern ein Mann tritt, den er auch kennt, weil er früher ſchon mein Gaſt geweſen. Es iſt Graf Pio Colonna. Zwiſchen Beiden entſteht ein Wortwechſel, deſſen Grund der Thürſteher mir nicht angeben konnte nur das letzte Wort des Grafen Pio hat er verſtanden: Fürchten Sie ſich? Mir lag darin der ganze Schlüſſel, und Ihnen wird nun auch Alles erklärlich ſein. Beide entfernten ſich dann mit einander; der alte Baſtian ſchloß die Thüre wieder zu im Hauſe hatte ſich ſonſt Nie⸗ mand ſehen laſſen, und was er ſich auch über die An⸗ weſenheit des fremden Mannes in meinen Zimmern, den er nicht eingelaſſen, für Gedanken gemacht haben mag, ſo achtet er doch ſeine Herrſchaft zu hoch, um ſie aus⸗ zuſprechen. Auf einmal reißt es wieder an der Klingel, als ſollte Sturm geläutet werden, ein Knabe ſteht drau⸗ ßen und ſchreit ihm zu: An der Gartenmauer liegt ein Sterbender! Dann entflieht er. Der Baſtian ſtürzt hin⸗

1860. V. Im Strom der Zeit. IW. 2