Teil eines Werkes 
4. Bd. (1860)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

in den Vordergrund ſeiner Seele treten. Er mußte hier ja endlich manchen Aufſchluß erhalten, den er bis jetzt vergeblich geſucht hatte.

Die Gräfin Francesca war überraſcht von der An⸗ kunft ihres Sohnes, von welcher ſie keine Ahnung ge⸗ habt; ſie war nicht angekleidet, und wiewohl ſie ſonſt auch ihre Stiefkinder nie anders empfing, als wenn ſie vollſtändige Toilette gemacht hatte, ſo zögerte ſie doch jetzt keinen Augenblick, den Grafen anzunehmen.

Er trat ein, ſie kam ihm entgegen und hieß ihn herzlich willkommen. Ihr prüfender Blick fand ihn ſehr verändert; derſelbe Gedanke ging in ſeiner Seele auf, als er die Mutter in's Auge faßte, doch war er zu feſt in ſeiner Haltung, als daß ſich dieſer Eindruck durch das ge⸗ ringſte Zeichen hätte verrathen ſollen.

Ich freue mich, Sie endlich wieder zu ſehen! ſagte die Gräfin lebhaft, als Beide zu ruhiger Mitthei⸗ lung neben einander Platz genommen hatten.Ich habe Ihnen ſo viel zu erzählen, was ich dem Papiere nicht anvertrauen wollte. Sie wiſſen, daß ich überhaupt eine ſchlechte Correſpondentin bin.

Karl Fidelis hatte während der ganzen Zeit ſeiner Abweſenheit nur wenige, dürftige Zeilen von ihrer Hand erhalten, welche ſie ihm, wenn grade eine ſichere Gele⸗ genheit zur Armee ging, mitgeſendet hatte.