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Im Herzen der Stadt aber, auf den Straßen und Plätzen regte es ſich ſchon; das Volk wollte Antwort ge⸗ ben auf die Frage, welche ſein Schickſal betraf. Ein dumpfes Brauſen, wie von fernen grollenden Wettern, drang hinauf bis zum Burgplatz; wildes Toben, lautes Rufen und Schreien— von Zeit zu Zeit einmal Stille, dann um ſo wüthender das Aufſtürmen der erregten Lei⸗ denſchaft. Volksaufruhr zu Wien? Nicht anders! Es war ein Aufruhr des Volkes, aber wie ihn die Fürſten mit Hochgefühlen vernehmen, ein Aufruhr des Volkes für die Ehre und die Macht ſeines Herrſcherhauſes, getragen von der Liebe und Begeiſterung, welche freudig das Höchſte und Letzte zum Opfer bringt, in dem freudigen Kampfe für Thron und Vaterland! So war es im Jahre 1700 zu Wien, ſo möge es in alle Ewigkeit ſein!
Am Minoritenplatze war ein beſonders lebhaftes Gedränge: dort lag der Palaſt des greiſen Rüdiger Gra⸗ fen Stahremberg, des Hofkriegsrathspräſidenten. Wie hätte das Volk von Wien vergeſſen können, daß Er einſt die Kaiſerſtadt glorreich gegen die Türken vertheidigt hatte! Von ihm, deſſen Gewicht im Rathe des Kaiſers vom Volke vielleicht überſchätzt wurde, hofften ſie nun die kräftigſten Maßregeln, um die Schmach, welche dem Erz⸗ hauſe drohte, mit voller Machtentfaltung abzuwehren. Der König von Spanien, deſſen Leben ſchon lange


