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ſtützt, am Fenſter und ſchaute träumeriſch hinaus. Da wurde ſie plötzlich ſchreckhaft durch ein leiſes Geräuſch hinter ihr geſtört— und als ſie ſich überraſcht umſchaute, erblickte ſie auf der Schwelle der kleinen Thüre, welche zu dem Nebencorridor führte und von Niemand aus der Dienerſchaft betreten werden durfte, eine Erſcheinung, die ſie erſtarren machte. Graf Pio Colonna!
Raſch nahte er ihr und warf ſich, die Hände über der Bruſt kreuzend, ſtumm zu ihren Füßen. Das gab ihr Kraft und Beſinnung zurück— hoch erglühend, Scham und Zorn im Blicke, ſprang ſie auf und wich weit von ihm hinweg; aber ehe ſie ein Wort ſprechen oder vor ſei⸗ nem wahnſinnigen Beginnen durch ſchnelle Entfernung ſich retten konnte, feſſelte ſie ſeine aufſprühende Rede von Neuem an ihre Stelle.
„Du haſt mich gerufen, Cajetana! Dein Sclave er⸗ wartet ſein Schickſal!“
„Herr Graf!“ war das einzige Wort, das bei die⸗ ſer empörenden Sprache ihren bebenden Lippen ſich ent⸗ rang.
Er ſprang auf.; Kein fremder Ton mehr zwiſchen uns!“ rief er leidenſchaftlich, das höchſte Entzücken aus
ſeinen lebhaft bewegten Zügen ſtrahlend.„Du haſt meine 1860. IV. Im Strom der Zeit. III. 15


