Teil eines Werkes 
3. Bd. (1860)
Entstehung
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haft bis zum Aeußerſten zu ſein. Aber durfte ſie dann unter dem Vorwurfe der Undankbarkeit gegen ihre Wohl⸗ thäterin, der ſie ſchwer treffen würde, noch länger die Gnaden der Gräfin, auf welche ſie gar keine Anſprüche hatte, gleichmüthig hinnehmen, oder war es nicht viel⸗ mehr an ihr, dies Haus zu verlaſſen? Wohin aber, wo⸗ hin? Wer gab ihr Rath, wer nahm ſich ihrer an? Stunden gingen vorüber. Sie ſah den Wagen der Gräfin das Palais verlaſſen, es war die Zeit, um welche ſie Beſuche zu machen pflegte Cajetana glaubte auch von einer Einladung gehört zu haben, wenn ſie nicht irrte, zur Oberſthofmeiſterin Gräfin Caraffa. Das war in der That der Fall, und es konnte Wunder nehmen, daß die alte ſtrenge Dame, nachdem ihr durch die In⸗ triguen der Gräfin Königsegg ein ſolcher Streich bei der Majeſtät geſpielt worden war, ſie noch obenein zu einem Diner im kleinen vertrauten Kreiſe einlud. Die Gräfin hatte ſich ſelbſt darüber gewundert, aber eben deshalb die Einladung gern angenommen, um über die Urſache die⸗

er Annäherung in's Klare zu kommen; ſie war an Geiſt. 8 5

und Gewandtheit allen denen überlegen, welche ſie bei der Caraffa treffen konnte, und hieß heute, nach der Verſtim⸗

mung, welche ſie durch Cajetana's ſcharf treffende Worte

überkommen hatte, das ſie erwartende Intermezzo wie eine auffriſchende Zerſtreuung willkommen. Noch ahnte