Teil eines Werkes 
3. Bd. (1860)
Entstehung
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Hand zu geben; ſie fühlte Muth und Kraft in ſich, ſtand⸗

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durfte ſie nicht beſtimmen, einen Schritt zu thun, vor welchem ſie ſchauderte. Als ſie einſam auf ihrem Zimmer war, legte ſie den Brief des Grafen weit von ſich, ohne ihn zu leſen. Es war ihr wie ein abenteuerlicher, ver⸗ worrener Traum, was ſie eben gehört hatte; ſie konnte nicht faſſen, wie nur ein Funken Wahrheit darin ent⸗ halten ſein ſollte, und doch durfte ſie nicht daran zweifeln, denn die Gräfin hatte zu ernſt und eindringlich mit ihr geſprochen, und dort lag ja der Beweis: ſie brauchte ſich nur mit eigenen Augen davon zu überzengen! Ein Grauen überfiel ſie, vor welchem ſie ſich hätte flüchten mögen, hätte ſie nur gewußt, wohin? Das Gefühl ſüßen Friedens, das ſie eine Zeitlang in dieſem Hauſe, wo ſie einen ſichern Port vor Stürmen gefunden zu haben wähnte, im Herzen getragen, war ſchon längſt von ihr gewichen und doch knüpften ſich ſo viel theure Erinnerungen an dieſe Räume und die ſchöne Umgebung, in welcher Cajetana ſeither gelebt hatte. Sie wurde ſehr traurig. Welchen neuen Stürmen ging ſie entgegen! Konnte ſie glauben, daß die Gräfin ſie ſchützen, ihr beiſtehen werde, wenn ſie ihrem Entſchluſſe, wie ſie ja nicht anders konnte, treu blieb? Zwingen freilich konnte ſie keine Macht auf Erden ſelbſt die des Kaiſers nicht! dem alten Manne, der ſie in thörichter Verblendung zur Frau begehrte, ihre