Teil eines Werkes 
3. Bd. (1860)
Entstehung
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treten mit ihm, von dem mein Herz nichts weiß, ihm Liebe und Treue geloben wo ich ihn nimmer lieben kann? Ich halte die heilige Ehe für ein Sakrament!

Du biſt überſpannt, Mädchen! entgegnete die Gräfin unwillig.In der Welt wird das Herz nicht im⸗ mer gefragt, wenn höhere Rückſichten eine Verbindung empfehlen. Wie manches junge Mädchen hat einen ältern Mann, ja einen Greis geheirathet, ohne jene Sünde zu fürchten!

Ohne ſie zu fürchten, ja aber nicht, ohne ſie zu begehen! Ich halte Jede für gewiſſenlos, die ihre Hand ohne ihr Herz vergibt, am verächtlichſten, die einen Greis um Ehre und Geld heirathet!

Da wurde die Gräfin blaß und biß ſich in die Lippe, ihr füdliches Blut wallte zornig auf und ein Blick, wie ein Feuerſtrahl, traf die kühne Sprecherin, welche nicht bedacht hatte, daß ihre Worte die Gräfin tödtlich ver⸗ letzten; denn war es nicht Francesca's Schickſal zweimal geweſen, einem Greiſe die Hand reichen zu müſſen, das Erſtemal als kaum erwachſenes Kind in allem Liebreize der Jugend, das Zweitemal in voll entwickelter Frauen⸗ ſchönheit? Doch ſprach ſie nicht aus, was ſie in dieſem Augenblicke fühlen mochte, und wandte ſich nur ſchnell