Teil eines Werkes 
3. Bd. (1860)
Entstehung
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Das wäre ſchlimm. Sage mir ehrlich, würdeſt Du Dich entſchließen, einem würdigen Manne, wenn er mit rechtſchaffener Werbung vor Dich träte, Deine Hand zu reichen? Weiche mir nicht aus, ich verlange ein grades Ja oder Nein!

Warum ſollte ich gar nicht heirathen wollen? erwiederte Cajetana endlich in ihrer äußerſten Ver⸗ wirrung.

Es iſt dabei freilich Viel zu bedenken, ſprach die Gräfin weiter.Nicht das Aeußere, welches gar bald verblüht, nicht die Jugend, welche unzuverläſſig iſt ſondern der Character, die Stellung in der Welt. Cajetana's Schweigen nahm ſie für Zuſtimmung.Du mußt ganz beſonders bedenken, fuhr ſie fort,wie die Verhältniſſe ſind. So lange ich lebe, werde ich Dich nicht verlaſſen, aber, mein armes Kind, wir Alle ſind ſterblich, und wenn mich der Tod plötzlich Dir entriſſe, ſage ſelbſt, was würde Dein Loos ſein? Höre mich ruhig an, ich meine es gut mit Dir. Wir müſſen Alles beſprechen, laß mich daher ausreden.

Cajetana hatte die Gräfin unterbrechen wollen; ſie ſchwieg nun, aber ihre Augen richteten ſich mit ei⸗ ner ängſtlichen Frage auf die Sprecherin, welche fühlen mochte, daß ſie dennoch ihrem Ziele nicht näher kam,