Teil eines Werkes 
3. Bd. (1860)
Entstehung
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Nein, ſchäme Dich nicht! Warum ſollteſt Du Dich ſchämen? Zum Beiſpiel, wenn es der ſchöne Graf Pio wäre?

Cajetana machte eine ſtumme, heftig abwehrende Bewegung.

Nicht? Ich gebe Dir Recht. Ein ſo junger, un⸗ beſtändiger Mann, welcher keine Erfahrung hat, iſt ein ſchlechter Schirm und Halt für eine jugendliche Frau, welche die Welt ſelbſt nicht kennt. Da iſt ein reiferes Alter viel zuverläſſiger, denn es verſpricht dauerndes Glück.

Welche Gedanken auch Cajetana über dieſen Punkt haben mochte, ſie ſprach dieſelben nicht aus. Das ganze Geſpräch war ihr im höchſten Grade peinlich, aber ſie ſah

kein Mittel, daſſelbe abzubrechen.

Es freut mich, daß Dein Herz noch frei iſt, fuhr die Gräfin fort, ſehr im Widerſpruch mit ihren eigenen, geheimen Gedanken.Wenn Dir ein würdi⸗ ger Mann die Hand böte, würdeſt Du in Deinem Entſchluſſe nicht durch vorgefaßte Ideen beirrt wer⸗ den. Du biſt aber doch keine Männerfeindin überhaupt, Tani? Haſt es nicht etwa verredet, überhaupt zu heirathen?

O liebe, gute Frau Gräfin, bat Cajetana.