ſelbſt einzuwirken auf die Ereigniſſe, wie ſie es liebte; denn wenn ſie ſich auch oft eine alte Frau nannte, ſo fühlte ſie doch, daß ſie es nicht war und daß ſie dem Leben noch nicht entſagen konnte. Ihren Abſichten mit Ca⸗ jetana hatten ſich aber bis jetzt überall Hinderniſſe ent⸗ gegengeſetzt, und ſie mußte fürchten, daß ſie dieſelben nicht zu überwinden vermöge. In dieſer Hinſicht konnte ſie es daher nur für ein Glück halten, wenn Cajetana in der heute gebotenen Weiſe ein ſicheres und äußerlich glänzen⸗ des Loos bereitet werde. Das Herz freilich! Sie wußte wohl, daß das Herz ſeine Rechte fordert, und wenn ſie ihm verſagt werden, oft ſo ſtürmiſch laut wird, daß es aller Seelenkraft bedarf, um dieſe Regung nicht zu ver⸗ rathen. Aber das Leben geſtaltet ſich zuweilen, ohne daß dabei das Herz befragt wird; die Gräfin dachte außerdem daran, daß ſie der übernommenen Verpflichtung, die ihr für die ungewiſſe Zukunft ſchon Sorgen zu machen an⸗ fing, auf dieſem Wege am ehrenvollſten überhoben werde, und las, ſchon halb für den Reichsgrafen gewonnen, ſeinen Brief zu Ende.
Es kam nun darauf an, auch Cajetana für ihn zu gewinnen. Wenn ſie auf gradem Wege mit ſeinem An⸗ trage vorrückte, mußte ſie auf Widerſtand ſtoßen— ſie kannte Cajetana, daß dieſe allem unnatürlichen Weſen ab⸗ hold war, und eine Verbindung zwiſchen ihr und dem


