220
wollens geben werde, welche das Schickſal des armen Mädchens wenigſtens vor den ſchwerſten und gemeinſten Sorgen ſicher ſtellen konnten. Sie hatte ſich gefreut, bei ſeinem Beſuche nach dem Feſte die Beweiſe wahrzuneh⸗ men, daß ſie ſich in ihren Hoffnungen nicht getäuſcht habe, und manche Wunderlichkeit in ſeinem Benehmen dabei hatte ſie ihm, als einem alten Hageſtolz, zu gut gehalten, ohne zu ahnen, daß darin ein tieferer Sinn verborgen lag. Jetzt hatte ſie auf einmal den Schlüſſel dazu. Der Paſcha hatte ſich auf ſeine alten Tage alles Ernſtes in die ſchöne Sultanin, welche ihm ein gefährliches Spiel zur Begleiterin gegeben hatte, verliebt, und weil er nicht viel Zeit mehr zu verlieren hatte, wenn er ſeines Glückes noch im irdiſchen Leben froh werden wollte, ſo entſchlug er ſich alles langen Hofmachens und zärtlichen Werbens, und ging gleich echt türkiſch an die Autorität, welche über Cajetana zu verfügen hatte, forderte ſie zur Frau und ſtellte ihr zugleich die glänzendſten Bedingungen für Hausſtand, Nadelgeld und Witwengut ſogar! Die Sache hatte alſo doch auch ihre ernſte Seite, und Francesca konnte ſich nicht entbrechen, dieſelbe in das Auge zu faſſen. Sie hatte zwar mit Cajetana ganz andere Pläne gehabt, nämlich ſie in eine einflußreiche Stellung an den Hof zu bringen und durch ſie, welche ihr die Ergebenheit bewahren würde, die wichtigſten Aufſchlüſſe zu erhalten


